Vorbereitung
Wir wollten uns, wie die Jahre zuvor, nach den letzten Terminen im Mai erneut einige Tage mit dem Rad unterwegs sein. Derartiger Tapetenwechsel tut uns immer wieder gut.
Ein für mich wichtiger Arzttermin ließ einen baldigen Start nicht zu und so konnten wir uns mit der Planung Zeit lassen. Ebenso stand bei Thomas Mutter ein wichtiger OP-Termin an und den wollten wir erst einmal abwarten, auch die Dauer der anschließenden Reha war noch ungewiss.
Als wegen ihres gesundheitlichen Zustands der Termin verschoben wurde, begannen wir sofort mit der Planung. Der Oberrhein sollte es erneut werden, mussten wir doch unsere erste Tour vor ein paar Jahren wegen des damaligen Hochwassers abbrechen.
Heraus kristallisierte sich eine Tour am Rhein von Rheinfelden bis Frankfurt. Auch der Startpunkt wurde immer wieder verlegt, denn eine Zugfahrt zum Startpunkt passte nicht in unser zeitliches Konzept. Letztendlich wurde sie gestrichen und es ging von zu Hause los.
Ravensburg
Gestern hatte es noch stark geregnet und vor dem Einschlafen war ich mir immer noch unsicher, ob wir heute tatsächlich auf die Räder schwingen. Die Wettervorhersage hatte für die kommenden Tage schönes Wetter mit wenig Niederschlag angekündigt.
Ohne Zeitdruck hängten wir gegen 10 Uhr die Reisetaschen an die Räder und verließen Neu-Ulm in Richtung Bodensee, die fast genau 90 km nach Ravensburg waren gut zu schaffen, auch wenn die letzte längere Radtour schon über ein Jahr her war.
Der größte Teil der Strecke war uns noch bekannt, bis Biberach sind wir sie ja schon öfter gefahren. Erst ab Bad Waldsee war es anders. Hatten wir bis hierhin auch immer wieder Anstiege auf der Strecke, ging es ab da fast nur noch bergab.
Bereits kurz nach 15:00 Uhr bezogen wir unser Zimmer im Hotel. Zwischen 16:00 und 17:00 Uhr hatten wir uns mit Thomas Cousin Philipp und seiner Familie verabredet, also musste die Pause nach der Tour heute ausfallen. Nach dem Wiedersehen besuchten wir ein der empfohlen Pizzerias und verdrückten eine „weiße“ Pizza, unter anderem belegt mit Lachs und Büffelmozzarella. Auf dem Hotelzimmer schafften wir gerade noch die Nachrichten.






Singen (Hohentwiel)
Um 09:15 Uhr saßen wir bereits wieder auf unseren Rädern in Richtung Radolfzell, ohne das genaue Tour-Ende zu kennen. Die tägliche Strecke planen wir immer so um 70 km. So kann man sich unterwegs Zeit lassen und sich das eine andere ansehen und manchmal auch auf einem Foto festhalten.
Außerdem möchte ich hier festhalten, dass Ravensburg zwar Radwege hat, doch es gibt noch sehr viel kritische Stellen. Am Schlimmsten empfinde ich es, wenn der Radweg /-spur kurz vor einer Kreuzung aufhört und dahinter dann auch nicht mehr weiter geführt wird. Von dem Zustand der Radwege möchte ich jetzt gar nicht sprechen. Auch außerhalb der Stadt ist die Führung des Radwegs oftmals verbesserungswürdig: Führt die Strecke zuerst rechts an der Straße entlang, wird sie dann durch einen Tunnel auf die andere Seite geführt um dann irgendwann mit der Einmündung auf die oft stark befahrene Straße einzugehen. So steht man auf der falschen Straßenseite und muss sehen, wie man seine Fahrt fortsetzen kann.
Der erste Teil unserer Strecke war hauptsächlich ein Rauf und Runter und ich hatte gegen Mittag immer noch das Gefühl, dass wir heute nicht so richtig vorwärts kommen. Doch wir wurden entschädigt mit einem sonnigen Tag und einer wunderschönen Gegend. Unsere Strecke führte uns vorbei an unzähligen Obstplantagen. Davor Türme an Kisten deuteten an, dass die Ernte demnächst bevorsteht. Schon sehr bald gingen wir einer unserer Lieblingsbeschäftigungen nach und versuchten uns vorzustellen, das eine oder andere Haus erstehen zu können.
Mit Erreichen des Bodensees suchten wir uns einen Platz für eine weitere Pause. Letztendlich galt es für heute noch eine Übernachtung zu buchen. Wir fanden das Entsprechende in Singen am Hohentwiel. Zuvor machten wir in Radolfzell noch einen Abstecher zum Bodensee und vernaschten u.a. unser kurz zuvor erworbenes Kilo Herzkirschen. Gegen 16:00 Uhr bezogen wir unser Hotelzimmer im Trezor und es folgte die ersehnte Pause. Schließlich wären wir in Radolfzell nach dem Verdrücken der Kirschen schon fast eingeschlafen.
Gegen Abend fuhren wir mit den Rädern in die Innenstadt. Heute gab es zuerst einen Salat und dann einen Burger. Das Bun war ein Laugenbrötchen und alles zusammen schmeckte uns hervorragend.











Bad Säckingen
Nach unserem Frühstück im Hotel packten wir unsere Taschen, dabei fragte Thomas mich, ob ich schnell an meinen Personalausweis komme. Es könnte gut sein, dass wir einen Teil der Strecke in der Schweiz fahren. In die Schweiz gibt es nur grüne Grenzen, klärte ich ihn auf. Dabei fiel mir ein, dass Minister Dobrindt das zur Zeit in Richtung Österreich, Tschechien und Polen gerade geändert hat.
Wir verließen Singen in Richtung Waldshut. Sonniges Wetter ließ uns die Fahrt genießen. Die für hier typischen Obstplantagen wurden immer öfter durch Korn- und Maisfelder abgelöst.
Ganz unbemerkt fuhren wir hinter Bietingen in den Kanton Schaffhausen ein und befanden uns damit auf Schweizer Staatsgebiet. Aufgefallen war uns das durch die roten Wegweiser für Fahrräder. Hier im Kanton Schaffhausen säumten neben Mais- unzählige Sonnenblumenfelder unsere Strecke. Die dicht stehenden, gleich hohen Pflanzen blühten gerade auf. oder standen in voller Blüte. Letzteres ist ein umwerfender Anblick.
Also doch grüne Grenze – ich zog Thomas damit auf, dass er unbedingt noch seinen Ausweis vorzeigen müsse. Unsere Strecke führte uns direkt nach Schaffhausen, doch zu den Wasserfällen zog es uns nicht hin. Auch so ist die Kantonshauptstadt sehenswert. Kleinere Spitzen im Höhenprofil unserer Komoot-Karte entpuppten sich hier als ganz ordentliche Steigungen.
Beim Verlassen von Singen hatten wir uns nur Apfelsaft für unsere Getränkeflaschen besorgt. Wir hatten schließlich schon gefrühstückt.. Hier hätten wir gerne eine Pause auf einer der vielen Bänke gemacht und dabei etwas Leckeres verdrückt. Nach dem Verlassen des Kantons Schaffhausen bei Trasadingen holten wir dieses an einem umgebauten Bahnhof nach.
Während unserer Pause veränderte sich das Wetter, Wolken zogen auf und es wurde schwül. Schon bald fing es an zu tröpfeln. Mit Erreichen von Waldshut wurde es mehr, aber Regen konnte man es immer noch nicht nennen und wir hofften, dass wir noch vor dem großen Regen unser heutiges Hotel erreichten. In Laufenburg standen wir leicht angefeuchtet auf der Brücke, die den Schweizer Teil des Ortes mit dem Deutschen Teil verband. Von hier waren es knapp 20 km bis zum Hotel, das sollten wir doch schaffen.
Der Regen wurde stärker und wir erwägten eine Unterstellpause in einem der Fahrradtunnel. Doch dann fuhren wir doch weiter. Weniger als zehn Kilometer vom Ziel entfernt schüttete es dann richtig. Jetzt lohnte sich auch kein Unterstellen mehr.
Völlig durchnässt erreichten wir das Sapia Hotel Rheinsberg. Rasch wurden noch die Räder untergestellt und dann sorgte eine heiße Dusche für das richtige Wohlbefinden. Als Abendessen genossen wir im Hotel „Boef Stroganoff“ und draußen schien wieder die Sonne, als wäre nichts gewesen.












Basel (Schweiz)
Wir schliefen wir etwas länger, da die heutige Etappe deutlich kleiner sein würde. Doch das Frühstück in Sapia Hotel Rheinberg gestaltete sich chaotisch. Die eine Person vom Personal war mit den vielen Gästen total überfordert. Sie sollte die Tische abräumen, die Speisen auffüllen, für Gäste mit Sonderwünschen das Entsprechende in der Küche zubereiten. Als wenn das nicht genug wäre, musste sie auch die Rezeption übernehmen. Dementsprechend suchten wir uns einen Tisch, auf dem noch kein benutztes Geschirr herumstand. Ich fand an der Theke noch ein Croissant und 2 Yoghurt, die Käseplatte war leer, auf der Wurstplatte lagen nur noch zwei Scheiben Wurst. Also kratzte ich die Reste aus der Obstsalatschüssel…
Es war wieder sonnig, doch für den Abend waren erneut Regenschauer angekündigt. Zuhause war sogar Starkregen mit Hagel angekündigt. Das machte uns ein wenig Sorgen, da das Unwetter aus Südwesten kommen sollte.
Als erstes erreichten wir Bad Säckingen, das uns sehr gefiel. Hier wechselten wir über den Rhein auf die Schweizersseite. Dabei kamen wir an einem Zollhäuschen mit geschlossenen Fensterläden vorbei. Als ich Thomas fragte, ob er nicht seinen Personalausweis vorlegen wolle, mussten sogar andere Passanten schmunzeln.
In Rheinfelden fuhren wir ohne besondere Hinweise zurück auf deutsches Staatsgebiet. Diesmal hatten wir mit Umleitungen zu kämpfen, doch wir fanden immer wieder dank Thomas auf die geplante Strecke zurück.
Bei Grenzach-Wyhlen überfuhren wir erneut die Grenze und ließen uns vom Rhein ins Zentrum von Basel geleiten. An der Uferpromenade war nur ein langsames Vorankommen. Meist mussten sich die Radfahrer mit den Spaziergängern den Weg teilen.
Unser Hotel liegt in unmittelbarer Nähe vom Barfüsserplatz, auf dem alles für ein Public Viewing für die Frauen Fußball Europameisterschaft aufgebaut ist. Die Fahrräder wurden in einer Abstellkammer verstaut. Die brauchten wir heute nicht mehr, denn vom Hotel gab es eine eintägige Baselcard, mit der wir alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen konnten.
Unseren Rundgang durch Basel starteten wir im Herzen der Altstadt, fuhren mit der Straßenbahn zwei Stationen zur Mittleren Brücke hinunter. Wir spazierten am Rheinufer entlang und schauten den Schwimmern beim „Wickelfischen“ zu. So wird das Schwimmen im Rhein bezeichnet, das in Basel sehr beliebt ist. Dann erklommen wir die Wettsteinbrücke und besichtigten den Kreuzgang, die Rheinterrasse und das Baseler Münster. Schlenderten dann hinten wieder hinunter zum Barfüsserplatz.

Trotz der kurzen Etappe brauchten wir eine Pause und machten uns gegen 18:30 Uhr erneut auf den Weg. Es sollte nur einen Salat geben, da wir beide keinen Hunger hatten. Wir ließen uns dieses Mal von der Straßenbahn eine Station weiter Richtung Claraplatz bringen und entdeckten in der Utengasse das kleine Restaurant Schoofegg. Hier gab es heute nur ein Gericht, also aßen wir ein wirklich leckeres Käsefondue. Mehr als gesättigt machten wir uns zu Fuß auf nassen Straßen auf den Heimweg. Der angekündigte Regen war durchgezogen, als wir das Fondue genossen.
Nach dem Überqueren der Mittleren Brücke bogen wir links ab und stiegen den Rheinsprung hinauf zum Münsterplatz. Erneut ging es hinten hinunter zum Barfüsserplatz. Die Straßen hatten sich geleert, nur im Rhein waren immer noch Wickelfischer unterwegs.
Bevor wir uns aufs Zimmer zurück zogen, gab es in der Hotellobby einen Gin-Tonic für jeden. Meiner auf der Basis von Falco-Gin und Thomas hatte sich für Bisbino-Gin entschieden. Beide werden in der Schweiz hergestellt.























Breisach
Entgegen meinen Erwartungen war morgens um 08:00 Uhr schon viel los in der Baseler Fußgängerzone. Es war schön, mal wieder hier gewesen zu sein.
Mit den Räder verließen wir erst Basel und dann die Schweiz in Richtung Frankreich. Wir folgten ein Stück dem dicht bewachsenen Grand Canal d’Alsac. Brücken waren hier eher selten und somit kaum Gelegenheit, dies auf Fotos festzuhalten. Der feste, aber Wasser durchlässige Untergrund des Weges erzeugte kaum Geräusche. Beim Überqueren des Kanals in Richtung Niffer, konnten wir einen Schwan mit sieben Jungen auf der Futtersuche beobachten.
Wir fuhren über Land durch etliche kleine Ortschaften gen Norden, den Rhein immer an unserer rechten Seite, nur zu sehen bekamen wir ihn nicht. Ganz langsam stellte sich Hunger ein, wir hatten ja noch nicht gefrühstückt. Doch es dauerte noch ein ganzes Weilchen, bis wir eine Boulangerie entdeckten. Diese verkaufte nicht nur Baguette und Croisant. Versorgt mit Milchkaffee und Croisants beobachteten wir die zahlreichen Kunden. Davon verließ nur einer die Bäckerei einzig mit einer Pizza, die anderen hatten zusätzlich mindestens ein Baguette “unterm Arm“.
Unsere Strecke. führte durch Mais- und Sojafelder, die offensichtlich täglich mit Wasserkanonen und ähnlichem gegossen wurden. Dabei wurde manchmal auch der Radweg mit einbezogen. Weiter sind uns riesige Gitterkäfige auf Betonsockel aufgefallen. Wir konnten uns nicht erklären, wozu sie gebraucht werden oder wurden.
Es waren weniger als zehn km bis Breisach als wir auf ein Dorf zu fuhren, vor dessen Toren ein Mirabellenbaum stand, voll mit saftigen Früchten. Zuvor waren wir schon an einigen Mirabellenbäumen vorbeigekommen, doch deren Früchte schmeckten nicht. Klar, dass hier erst einmal Pause gemacht wurde.
Gegen 14:00 Uhr hatten wir mit den Fahrrädern die ordentliche Steigung auf den Münsterberg in Breisach geschafft und standen vor unserem heutigen Hotel. Die Fahrräder wurden von ihrem Gepäck befreit, doch auf unser Zimmer durften wir noch nicht. Also besichtigten wir das Münster mit dem berühmten Altar von HL.
Anschließend fuhren wir unten durch Breisachs Straßen. Ausgerechnet das Café, das uns gefiel, machte für eine Mittagspause zu, als wir uns hinsetzen wollten. Erneut ging es den Münsterberg hinauf. Inzwischen war genug Zeit vergangen und die Rezeption gab uns die Zugangskarten für unser Zimmer. Jetzt nur noch schnell die Räder in den Fahrradkeller, der sich auch in der Hotel eigenen Tiefgarage befand. Kaum in der Tiefgarage öffnete der Himmel seine Pforten und wir konnten erstmal nicht ins Hotel zurück.
Nach einer „Ewigkeit“ genossen wir zuerst im Restaurant des Hotels einen kleinen Salat und ein Radler, dann zogen wir uns auf unser Zimmer zurück. Weitere zwei Stunden später saßen wir erneut fast an der gleichen Stelle. Thomas wählte Cordon bleu und ich Zanderfilet, beides sehr lecker. Wir hatten von hier oben einen tollen Blick über den Rhein hinüber zu den Vogesen. Dabei konnten wir mehrfach beobachten, wie Regenwolken vom Elsaß kommend sich über uns entleerten.
Auch jetzt, da ich das schreibe, kommt immer wieder ein Schauer herunter. Mal sehen, wann wir morgen starten können.












Strasbourg (Frankreich)
Trocken begann der Tag erstmal nicht. Doch bis wir unsere Sachen verstaut hatten schien die Sonne wieder. Nach dem Beladen der Räder ging es zuerst zum Supermarkt und Bäcker. Wir besorgten uns eine Seele mit Schinken und ein Lachsbaguette fürs Frühstück, Zimtschnecken fürs Zweite und für noch etwas später Butterkuchen mit Mandeln. Für das Getränk in den Radflaschen mixte Thomas wie immer Apfelsaft mit Leitungswasser. Kohlensäure haltige Getränke sind weniger geeignet.
Wir hatten für die Übernachtung die Route EV15 verlassen. Doch wir starteten erstmal auf der deutschen Seite des Rheins und wechselten bei der nächsten Staustufe auf die französische Seite um unsere Tour auf der EV15 fortzusetzen.
Aufgrund des stärkeren Windes hatten wir uns gleich ein Windshield übergezogen, doch mit Erreichen des Rheins mussten wir es gegen eine Regenjacke austauschen. Noch vor dem Wechseln auf die französische Seite war es für uns für heute mit dem Regen vorbei. Von da an sahen wir den Regen nur noch in der Ferne in der Nähe der Vogesen oder des Schwarzwald niedergehen.
Nach dem Verlassen des. Rheins, den wir erst kurz vor Strasbourg wieder sahen, führte unsere Strecke erneut an einem Kanal entlang, der wiederum später in den Rhein-Rhône-Kanal mündete. Auf den Feldern stand hauptsächlich Mais oder Soja, nur ganz selten erfreute uns ein Sonnenblumenfeld. So schön die Strecke auch ist, Sitzbänke sind absolute Mangelware, unser erstes sowie zweites Frühstück genossen wir im Stehen. Andere Radfahrer sahen wir immer wieder auf den Schleusenmauern sitzen.

Je näher wir Strasbourg kamen, desto dichter wurde der Verkehr auf den Radwegen. In Strasburg selbst ist die Radwegführung nicht immer verständlich, doch nur an Baustellen hören sie auch hier einfach auf.
Unser Hotel Voco liegt nicht Zentrum, doch dieses ist mit den Rädern sicherlich leicht zu erreichen. Nach Entfernen des Straßenstaubs und Erholungspause wanderten wir zu Fuß in Richtung Chez Tante Lisel. Thomas war dies bei der Suche nach einem Restaurant mit lokalen Gerichten aufgefallen. Auf dem Weg dorthin kamen wir zufällig an einer Sehenswürdigkeit vorbei, die wir uns morgen genauer anschauen wollen.










Chez Tante Lisel war urig und gefiel uns sofort. Die Wirtin sprach natürlich auch deutsch und erklärte uns ausführlich die Speisekarte. Ich gönnte mir zu meinem Glas Rosé ein Dutzend Schnecken und Thomas entschied sich für Kässpätzle auf elsässisch. Die Wirtin empfahl uns als Nachtisch einen in Rum getränkten Brioch mit Sahne. Mehr als gesättigt schafften wir nur noch die Nachrichten


Straßbourgh entstand im ersten Jahrhundert v. Ch. aus dem römischen Militärlager mit dem Namen Argentoratum (Silberschmiede). Im 13. Jahrhundert n. Ch. wurde das inzwischen bedeutende Handelszentrum eine freie Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich.
Während der Reformation im 16. Jahrhundert war sie ein Zentrum für Humanismus und Reformation. Ludwig der XIV. annektierte 1681 die Stadt, doch ab 1871 gehörte sie wieder zum Deutschen Reich. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg 1918 wurde sie wieder französisch. Hitler annektierte sie 1940 und seit 1945 gehört sie wieder zur Republik Frankreich.
Das Europäische Parlament, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, der Europarat und noch andere europäische Institutionen haben hier ihren Sitz.
Die Geschichte von La Petit France begann nicht so positiv: Im 16. Jahrhundert befand sich hier ein Krankenhaus für Patienten mit der „Franzosenkrankheit“, gemeint ist die Syphilis. Im Mittellalter und Neuzeit übten hier Gerber, Müller und Fischer ihr Handwerk aus. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhundert war es ein überfülltes Armenviertel.
La Petit France gehört zum Quartier Centre Ville. Die Altstadt von Strasbourg liegt auf der Großen Insel (Grand Île) und wird vom Fluss Ill umspült. La Petite France ist ein Teil im südwestlichen Bereich dieser Insel. Heute ist es vor allem ein touristisches, Denkmal geschütztes Viertel, dass wie die gesamte Große Insel seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Eine Nacht länger in dieser Stadt war von uns vornherein geplant. Nicht nur unsere Sitzmuskeln tat das gut, die Stadt hat doch einiges zu bieten. Nach dem Frühstück holten wir die Räder aus der Tiefgarage und fuhren in Richtung Notre Dame von Strasbourg. Auf unser Fahrt kamen wir vorbei am Place de Republic mit der Bibliothek und …… schöne Gebäude.

Immer den alles überragende Münsterturm als Zielpunkt vor Augen folgten wir teilweise der geplanten Route, leider wurde die Strecke durch die vielen Sperrungen durch Bausstellen immer unübersichtlicher, doch plötzlich standen wir auf dem Münsterplatz. Es war nicht einfach durch die Menschenmengen einen Abstellplatz für unsere Räder zu finden. Drei lange Besucherschlagen überquerten den Platz. Die einen wollten auf den Turm, die anderen zu den Sonnenuhren und die dritte wahrscheinlich ins Münster.
Erneut gab ich meinen Wunsch, das Münster zu besichtigen auf und wir spazierten durch die vielen kleinen, sehenswerten Gassen. Nach zwei Kugeln Pistazieneis schnappten wir uns unsere Räder und fuhren zum Hotel zurück.
Während der Pause legten wir uns eine Route durch La Petit France fest. Auch hier waren sehr viele Leute unterwegs, doch für uns völlig verständlich.
Aufgrund des großen Besucherstroms beschlossen wir, bereits um 18:00 Uhr in … zu Abend zu essen. Ich hatte keinen großen Hunger, Thomas verdrückte Fleischkiechle mit Bratkartoffeln und ich versuchte mal wieder Elsässer Flammkuchen. Doch es hat sich an meiner Einstellung geändert. Der fast noch dünner ausgewalzte Teig als bei einem Crêpes hat immer verbrannte Stellen und diesen Geschmack überdeckt der Sauerrahm Aufstrich mit Speckstücken nicht komplett.
Punkte auf unser Route waren
- Place Benjamin Zix
- Maison des Tanneurs (Gerberhaus)
- typischen Kanäle der Ill mit kleinen Schleusen und so mancher beweglichen Brücken.
- Ponts Couverts (Gedeckte Brücken)
- Barrage Vauban (Vauban-Staudamm)
















Rastatt
Thomas ging es heute nicht so gut, kam kaum vom Pott. Wir waren beide der huten Hoffnung, dass sich das wieder regelt und verließen Straßburg in Richtung Karlsruhe bei bedeckten Himmel und nur 14 °C. Hier muss ich unbedingt noch einmal hin, mal sehen wann das passiert.
Auf der Tour verfolgten uns einzelne, sehr dunkle Regenwolken. Immer wieder wurde die eine von einer neuen abgelöst, doch passiert ist nichts. Auf den Feldern war das Korn schon geerntet, nur Mais und Soja zeigten ihr saftiges grün. Wenn es hier Bewässerungsanlagen gibt waren sie wohl eher versteckt.

Thomas wollte kein Frühstück, kein Snack, man sah, dass er sich deutlich unwohl fühlte. Auf der einzigen Bank, die wir auf. der Strecke entdecken konnten, beschlossen wir die heutige Tour zu verkürzen und in Rastatt zu übernachten. Ein Hotel war schnell gefunden.
Gegen 14:00 Uhr erreichten wir die ehemalige Residenzstadt, und die Sonne stach wieder vom Himmel. Kaum hatten wir die Fahrräder verstaut bezogen wir unser Zimmer und verließen es erst am nächsten Tag.




Neu-Ulm
Leider haben sich die Bedingungen für eine erholsame Radtour verschlechtert. Einerseits hatten sich die „Wetterverantwortlichen“ für niedrigere Temperaturen und deutlich mehr Regen entschieden. Darauf. waren wir zwar vorbereitet, doch Thomas ist sich nicht eins mit seinem Bauch, also hilft nur der Weg nach Hause und auskurieren.
Wir haben also unsere Sachen gepackt und haben auf dem Weg zum Bahnhof noch an einer Apotheke aufgesucht.
Von Rasttatt nach Karlsruhe mit dem Regionalexpress ging, wenn man die zwölf MInuten Verspätung nicht rechnet, zügig.
In Karlsruhe startete der Regionalexpress nach Stuttgart schon mal 15 Minuten später. Die Verspätung vergrößerte sich je näher wir Stuttgart kamen. Offiziell war unser Anschlusszug schon weg, als wir in den alten Hauptbahnhof einfuhren, also ließen wir uns Zeit um für die Weiterfahrt das richtige Gleis zu erreichen.
Was schauten wir dumm aus der Wäsche als genau in dem Moment der Anschlusszug den Bahnhof verließ, als wir den Bahnsteig erreichten. Nun ja, so hatte ich ausreichend Zeit Thomas und mich mit Milchkaffee und Laugenbrezzeln zu versorgen. Kaum war das verdrückt stand der nächste Regionalzug auf dem Gleis bereit und wir konnten in aller Ruhe unsere Fahrräder einladen und uns einen Sitzplatz bei den Rädern einnehmen. Und das war auch gut so, denn dieser Zug wurde wirklich voll. Er verließ, das sollte hier auch mal erwähnt werden pünktlich Stuttgart und wir konnten den Zug ohne Verspätung in Ulm verlassen.
Es folgte noch eine kleine Radtour nach Hause. Hier sollte Thomas erstmal wieder gesund werden, doch ein Fortsetzen der Reise hatten wir festgeplant.

