Freiburg im Breisgau

Die Regentage, die von der Landwirtschaft sicherlich mit Freude aufgenommen wurden, sind nun erstmal wieder vorüber und einige heiße Sommertage wurden uns angekündigt. Erneut packten wir unsere Sachen. Der Startpunkt des zweiten Teils unserer Reise fiel auf Freiburg. Von hier aus ist geplant, erneut dem Rhein abwärts zu folgen, wenn möglich die Fahrt entlang der EV15 fortzusetzen.

Die Möglichkeit mit dem ICE nach Freiburg zu gelangen und dabei die Fahrräder mitzunehmen, gab es nicht. Die Fahrradmitnahme im ICE verlangt eine längere Vorausplanung, doch die Wettervorhersage reicht leider nie so weit.

Eine Fahrt im Regional-Express soll ja sehr entspannend sein, auch wenn man je nach Zielort öfter mal auf einen anderen Zug umsteigen muss. Die Zeit für diese Umstiege sind von der Bahn immer noch nicht optimal mit eingeplant, da die Züge nach wie vor unpünktlich sind. Für unsereins mit den schweren Fahrrädern mit Gepäck sind allein die Bahnhöfe schon starke Hindernisse. Für den Bahnsteigwechsel sind entweder keine Fahrstühle oder Rolltreppen vorhanden oder diese defekt. So müssen die Räder öfter mal die Treppen hinauf bzw. hinunter getragen werden.

Mit entsprechendem Bauchgefühl starteten wir am Donnerstag Morgen von Ulm aus. Hier war dann auch gleich mal der Fahrstuhl am Bahnsteig 7+8 defekt. In Stuttgart hieß es umsteigen. Entgegen den Ankündigungen der Bahn waren hier bereits viele Passagiere, zum Teil auch mit Fahrrädern unterwegs. Im Anschlusszug nach Karlsruhe waren leider nur wenige Fahrradstellplätze vorhanden, doch nach der Vertreibung von Mitreisenden ohne Fahrrad oder Kinderwagen hat es geklappt. In Karlsruhe hatten wir für den Umstieg aufgrund der Verspätung noch zehn Minuten. Das war ausreichend, denn hier mussten wir nur auf die andere Bahnsteigseite. Der Zug bot mehr Fahrradmitnahme-Möglichkeiten und so fanden wir in der Mitte des Zuges unsere Plätze.

Entspannt, da kein Umstieg mehr erforderlich war, genossen wir den Rest der Fahrt nach Freiburg. Dies obwohl, ausgelöst durch „drängelnde“ ICEs auf der Strecke, der Zug sich ebenfalls verspätete.

Freiburg empfing uns mit Sonnenschein und einer Außentemperatur von 27 °C. Thomas hätte so gern nach dem Abstellen der Räder in die Hotelgarage eine Pause gemacht, doch mich drängte es hinaus in die Gassen der Freiburger Altstadt. Erst nach einem längeren Spaziergang und einem Afogato gab es die ersehnte Pause.

Am frühen Abend zogen wir erneut los, vorbei am Theater und der Mensa zum Martinstor. Hier ergatterten wir zwei Sitzplätze im Außenbereich des „Schlappen“ www.schlappen.com. Wir stärkten uns mit Knöpfle in Pilzsoße und ‘nem Radler. Auf dem Heimweg gab es noch Eis von einem Stand mit weniger langer Warteschlange.

Heute Morgen hatte ich mir schon ein Programm für die Besichtigungstour auf dem Fahrrad zurechtgelegt. Doch zuerst brauchten wir ein Frühstück. Dazu fuhren wir die Schlossbergstraße in Richtung Schwabentor und bogen dann in Richtung Münster ab. Leider gab es hier noch keine geöffneten Cafés. Auf der anderen Seite der Kaiser-Josef-Straße entdeckten wir eine Bäckerei mit einigen Tischen an der Straße. Bei Capuccino und Butterkuchen besprachen wir das Tagesprogramm. Dabei stellte sich heraus, dass Thomas sich nicht erinnern konnte, schon mal auf dem Schlossberg gewesen zu sein.

Das war dann erst einmal wichtiger. Doch mit dem Fahrrad auf den Schlossberg zu gelangen, war schwieriger als erwartet. Auch vorbeikommende Einheimische konnten mir nur den steilen Fußweg, den Fahrstuhl oder die Zahnradbahn nennen, allesamt ungeeignet für die Räder. So schnell wollte ich nicht aufgeben. In der Nähe der Zahnradbahn entdeckten wir eine Straße, die hinauf zu den Häusern am Schlossberg führte. Dieser Straße folgten wir, mussten zwar ab und zu wieder ein Stück zurück, aber letztendlich haben wir es geschafft. Dabei sind wir auf mittlerer Höhe einmal um den Berg gefahren. Bei der Abfahrt durften wir dann noch feststellen, dass es auch kürzer gegangen wäre, doch was soll’s.

Wieder unten stärkten wir uns und zogen dann weiter zum Stadtteil Vauban. Das „Unternehmen“ Schlossberg hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen, doch dieser Vorzeigestadtteil mit seinem großen Grünanteil an und zwischen den Häusern musste noch sein.

—-Quartier Vauban:
Nachhaltiges Wohnen für 5.300 Menschen
Auf einem ehemaligen, 38 Hektar großen Kasernengelände der französischen Streitkräfte entstand auf einer Fläche von insgesamt ca. 41 Hektar das innenstadtnahe Quartier „Vauban“. Ein attraktiver, familienfreundlicher Stadtteil für zwischenzeitlich 5.500 Einwohner, in dem Bürgerengagement, Bauen in der Gemeinschaft und umweltbewusstes Leben groß geschrieben werden. Niedrigenergiebauweise ist verpflichtend, Passivbauweise, Plusenergiebauweise und der Einsatz von Solartechnik sind für die meisten Standard.
Der alte Baumbestand wurde weitestgehend erhalten. Grünflächen zwischen den Häuserreihen sorgen für gutes Klima und bieten Spielflächen für Kinder. Parallel mit der privaten Erschließung ist die Infrastruktur mit einer Schule, Kindergärten, Jugendeinrichtungen, einer bürgerlichen Begegnungsstätte, Marktplatz sowie Freizeit- und Spielflächen entstanden. Begrünte Flachdächer speichern einen Teil des Regenwassers, das gesammelt und zurückgehalten wird.
Das Wohngebiet ist verkehrsberuhigt. Ein großer Teil der Haushalte ist autofrei, private Fahrzeuge werden in einer der beiden Quartiersgaragen abgestellt. Seit 2006 ist das Wohngebiet durch die Stadtbahn erschlossen. Viele Menschen verzichten daher auf das Auto und nutzen den ÖPNV sowie das Fahrrad. (https://freiburg.de/)—-

Das ist doch mal ein Anfang, oder? Anschließend zogen wir uns aufs Zimmer zurück, es war bereits nach 14.00 Uhr, sowie sonnig und heiß in der Stadt.

Bei der Suche nach einer Auffahrt auf den Schlossberg haben wir dann auch die Insel (wieder) entdeckt. Ausgeruht schwangen wir uns am Abend erneut auf die Räder und genossen im Feierling Biergarten Lammkeule mit Kartoffeln und natürlich heimischen Radler.
Den Abschluss machte erneut ein Eis, dieses Mal aber vom Eiscafé Mona Lisa in der Salzstraße 6. Dabei mussten wir erstaunt feststellen, dass Thomas seine Kugel Pistazieneis gut 70 Cent teurer war als mein leckeres Bacio. Sind Pistazien derzeit so knapp?

Strassbourg

Nur schweren Herzens verließen wir Freiburg. Heute durften wir auf der Suche nach einem Frühstück ganz offiziell die Kaiser-Joseph-Straße befahren. Der Apfelsaft war schnell gefunden, nur meine Bäckerei von gestern hatte heute leider geschlossen. Unweit davon gab es auch belegte Laugenstangen und Einbacks. Also bestens versorgt machten wir uns auf den Weg, erstmal Richtung Rhein.

Beim Planen der Strecke hat Thomas die Überquerung des Rheins mit der Fähre herausgenommen und einer Brücke den Vorzug gegeben. Damit wollte er zeitliche Verzögerungen vermeiden, denn es lagen knappe 90 km vor uns.

Leider lag auf unserer Strecke dafür der Kaiserstuhl und der Anstieg hatte es wirklich in sich. Die erholsame Abkühlung brachte die Abfahrt ins Rheintal.

Die ausgesuchte Brücke hatten wir schon vor vierzehn Tagen von Breisach kommend überquert. Von da aus war die Strecke entlang des verträumten Rhône-Rhein-Kanal genau dieselbe.

Die Überwindung des Kaiserstuhls hatte Kraft gekostet und so passiert mit Erreichen des Hotels in Strassbourg nicht mehr viel. Nach einer längeren Pause suchten wir uns in der Nachbarschaft etwas zu essen und verschwanden dann wieder in unseren Betten.

Leider haben wir von der Tour von Freiburg im Breisgau nach Strassbourg keine Aufzeichnung.

Karlsruhe

Erneut 90 km lagen heute vor uns, jedoch ohne wesentliche Erhebungen. Schon nach den ersten Metern vom Hotel weg, mussten wir feststellen, dass wir gestern für das Abendessen in die falsche Richtung gelaufen waren. Wieder am Rhône-Rhein-Kanal sahen wir moderne Gebäude und Freizeitanlagen ohne die ehemalige Verwendung dieser Bereiche total zu verdecken.

Mit dem Verlassen von Strassbourg befanden wir uns erneut auf der gleichen Strecke wie vor 14 Tagen. Nur heute waren zu Beginn auffallend viele Radler und Jogger unterwegs. Auf der dann eher tristen Strecke in Richtung Rastatt waren wir doch eher allein mit den vielen Autofahrer, da der Radweg hauptsächlich an Straßen entlang führte. Dafür dass es die EV15 sein sollte, waren die Radweg, soweit vorhanden bis auf wenige Ausnahmen eher bescheiden.

In Raststatt machten wir vor den barocken Rathaus eine längere Pause, dann ging es vorbei am Stadtschloss in Richtung Karlsruhe. Das mit den Radwegen besserte sich nicht auch nicht mit erreichen der Stadtgrenzen von Karlsruhe. Erst als wir der Innenstadt immer näher kamen änderte sich das. Hier gibt es für eine Fahrrad freundliche Stadt noch einiges zu tun.

Thomas hatte ein neues Motel One im Zentrum ausfindig gemacht. Kleine Zimmer und keine Steckdosen für E-Bikes in der Tiefgarage sind Punkte, die negativ für diesen Neubau sprechen.

Nach der gewohnten Pause machten wir einen Bummel durch den benachbarten Park in Richtung Innenstadt. Spazierten über die Kaiserstraße unter der sich die erste U-Bahn-Strecke der Stadt befindet. Anschließend stärkten wir uns mit Phili Cheese Steak und Rumpsteak im „The Last Meal“ in der Hotelnachbarschaft. Ein Glas Boar Blackforest Premium Dry Gin und GINSTR – Stuttgart Dry Gin sorgten für die entsprechende Bettschwere.

Mannheim

Erneut knappe 90 Kilometer lagen vor uns, als wir am Morgen in Mannheim gestartet sind. Bezüglich der Zustände der Fahrradwege verhält es sich genauso wie bereits festgestellt. In der Innenstadt alles wunderbar, doch je weiter man sich von dieser entfernt, desto schlimmer werden sie.

Heute wurde es heiß in Deutschland und unsere Strecke für über Land, vorbei an abgeernteten Felder, die gefühlt von sich aus Hitze abgaben. Natürlich gab es noch unzählige Maisfelder, auch etwas Soja und Hirse konnten wir entdecken. Was es nicht gab war Schatten, dafür Wind aus nördlicher Richtung.

Heute machten wir vermehrt Pausen, sogar ein kleines Schläfchen unter einer Linde gönnten wir uns. Unsere Akkus hatten wir Karlsruhe nicht aufgeladen und so waren wir glücklich, unser Hotel im Zentrum von Mannheim gerade noch so erreicht zu haben.

Mit jedem weiteren Besuch in Mannheim müssen wir feststellen, dass türkische oder ähnliche Läden immer mehr die Innenstadt übernehmen. Unweit unseres Hotels entdeckten wir zu unserer Überraschung ein gehobenes italienisches Restaurant. Meine Tagliatelle mit Pfifferlingen war zum Teller auslecken, auch Thomas war von seinen Spaghetti Corbonara ebenso begeistert. Wir brauchten somit einen Verdauungsspaziergang. Dabei kamen wir noch an einigen Eisdielen vorbei, bei einer konnten wir dann wieder nicht nein sagen.

Worms

Die Anstrengungen der letzten Tage sowie die angekündigte Hitzewelle veranlassten uns unsere Etappen deutlich zu verkürzen. Worms ist knapp über 20 Kilometer von Mannheim entfernt. Doch aufgrund von Sperrungen und für unsere Räder ungeeignete Brücke waren wir gezwungen über ein Drittel weiterzufahren. Das Thermometer zeigte bei Erreichen von Worms erneut 32 °C an und so verzogen wir uns erstmal auf unser Zimmer im Domhotel.

Am Nachmittag gönnten wir uns ein Capuccino und ein Eis. Die Größe der Eisbecher überraschte uns und wir hätten danach schon fast wieder eine Erholungspause benötigt. Doch stattdessen spazierten wir durch die Innenstadt, dabei musste sich Thomas einen Kurzfassung der Nibelungensage von mir anhören, schließlich wurde hier vermehrt darauf hingewiesen. Zu unserer Besichtigungstour gehörte natürlich auch der Dom, dessen Äußeres unter einem Gerüst verborgen war. Wir waren überrascht zu hören, dass die vielen ersetzten Fenster nicht im Krieg, sondern durch eine Verpuffung in einem Chemiewerk in Ludwigshafen zerstört worden waren.

Die Hitze machte uns doch zu schaffen und so zogen wir uns für die weitere Planung unserer Reise auf unser kühles Zimmer zurück.
Am Abend bewegten wir uns entgegen gesetzter Richtung von heute Nachmittag durch die Fußgängerzone und kamen schon sehr bald in einen Bereich, der von Ausländern stark dominiert wurde. Damit waren nicht allein die Besucher in den Straßen und Anlagen, sondern auch die Betreiber von Geschäften und Restaurants gemeint. In einem davon verdrückte jeder von uns ein Schnitzel, der eine mit Pommes, der andere mit Bandnudeln als Beilage. Bezüglich der Preise war es hier aber keineswegs günstiger.

Mainz

Mit Frühstück war unsere letzte Übernachtung, dementsprechend gut versorgt versuchten wir die Fahrradwege hinaus aus Mannheim ausfindig zu machen. Wie wir bereits auch in anderen Städten feststellen mussten, sind die Ausführungen an manchen Stellen mehr als mangelhaft. Am Schlimmsten finde ich nach wie vor, wenn sie sich oftmals an engen gut befahrenen Straßen einfach auflösen und man sich zwischen die Autos einreihen muss. Hupkonzerte und Mittelfinger, die nicht unbedingt auf den Himmel verweisen, sind keine Seltenheit.

An der linken Seite des Rheins führte uns unsere Strecke durch Weinanbaugebiete und Berge. Auch der berühmte „Rote Hang“ war mit dabei. Uns freute es, dass wir viel direkt am Rhein entlang fuhren und so gönnten wir uns mehr Pausen als unbedingt notwendig.

Vom Hotel H2 (https://www.h-hotels.com/de/h2/hotels/h2-hotel-mainz) aus waren es ca. noch zwei Kilometer bis zur Mainzer Innenstadt. Doch wir hatten es nicht weit bis zum Rheinufer. Die Temperaturen waren auch heute über 32 °C angestiegen und so nutzen wir unser gekühltes Zimmer für eine längere Pause.

Gegen Abend zogen wir durch die Straßen unseres Viertels in Richtung der Kneipe “Hafeneck“, das Thomas im Internet ausfindig gemacht hatte. Nicht unbedingt ein Sterne-Restaurant, der Außenbereich ist keineswegs einladend, doch wir haben lecker gegessen und getrunken. Thomas hatte Frikadellen mit Bratkartoffeln und ich einen gefüllten Spinatpfannkuchen mit Shrimps.

Auf dem Heimweg ist es uns nicht gelungen, in einer Strandbar am Rhein noch einen Platz zu ergattern. Sehenswert ist jedoch, was die Stadt aus dem alten Mainzer Binnenhafen, an dem auch unser Hotel liegt, gemacht hat. Da auch keine andere Cocktailbar zu finden war, verzogen wir uns auf unser Zimmer.

Bacharach

Als wir nach unserem Frühstück mit unseren Rädern die Tiefgarage des Hotels verließen, hatten wir das Gefühl, gegen einen warme Wand zu fahren. Es war jetzt schon fast heiß in den Straßen von Mainz, obwohl die Stadt viel tut, dass dies nicht passiert. Wir fuhren noch lange durch aufgeheizte Straßen, denn unser Weg führte uns durch das nördliche Industriegebiet, hier fehlt die Beschattung durch Bäume. Mit Erreichen des Rheinufers wurde auch der Fahrtwind, verstärkt durch Nordwestwind, kühler.

Unsere Strecke belief sich heute auf knappe fünfzig Kilometer, dementsprechend ließen wir uns Zeit. Der Rhein war unser stetiger Begleiter, selbst wenn wir nicht direkt an seinem Ufer fahren konnten. Auch waren wir im Weinland angekommen, Rebstöcke in alle Richtungen, nur kurz unterbrochen von Dörfern. Ist schon ein schweres Geschäft, wenn man sich die steilen Hänge anschaut, obwohl alles für die maschinelle Bewirtschaftung angelegt ist.

Zu sehen gab es auf dieser Strecke genug, die Hänge wurden immer steiler, an denen wir immer wieder Burgen oder Ruinen entdecken konnten und dies beidseitig des Rhein. Auf ihm bugsierten Schubboote Bargen flussaufwärts, wurden ab und zu von Ausflugsdampfern überholt. Auch die Flusskreuzfahrtschiffe zeigten Ihren Gästen die Sehenswürdigkeiten entlang des Rheins.

In Bingen glaubten wir schon, dass wir keinen Blick auf den Mäuseturm im Rhein werfen können, denn mit unzähligen Neubauten am Rheinufer war auch gleichzeitig das Ufer für Radfahrer gesperrt worden. Doch dann fanden wir den Weg auf die Aussichtsterrasse.

Bald danach erreichten wir Bacharach und damit das Ende der heutigen Tour. Auch dieser Ort hat seine Burg und Ruinen. Nach der Pause im kühlen Hotelzimmer wagten wir einen Spaziergang durch den Ort. Wir spazierten auf der Stadtmauer entlang und auf der Durchgangsstraße zurück. Entdeckten dabei die Tafel mit der Geschichte des Ortes, die mit einer Siedlung der Kelten begann. Nach Radler und Currywurst begaben wir uns wieder auf unser Zimmer, draußen waren immer noch 28 °C.

Koblenz

Vor Verlassen des Ortes kauften wir in einem kleinen Supermarkt ein. Die vielen aufgegebenen Geschäfte und Hotels innerorts bedrückten. Nur der Weinanbau und die Touristen gaben Bacharach noch eine Überlebenschance.

Wir fuhren weiter mit unseren Rädern rheinabwärts, auch heute haben wir uns etwas mehr als fünfzig Kilometer vorgenommen. Immer am linken Rheinufer entlang machten wir die gleichen Beobachtungen wie am Vortag. Die Anzahl der Burgen wurden uns zuviel und so fotografierten wir nur noch wenige.

Immer wieder beobachteten wir Fährschiffe, die den Rhein überqueren. Dabei fiel Thomas auf, dass wir mindestens seit gestern keine Brücke über den Rhein gesehen haben.
Unsere Strecke führte uns vorbei an der Loreley, hier reihte sich ein lange Schlange an Wohnmobilen und Wohnwagen auf den dafür vorgesehenen Stellplätzen, direkt am Rheinufer. Dabei witzelten wir, dass die ja wegfahren können, sollte das Wasser im Rhein ansteigen.

Brücken gab es tatsächlich erst in Koblenz, doch hier gleich mehrere davon. Ursprünglich wollten wir am Rheinufer bis zur Moselmündung fahren, doch großangelegte Baustellen verhinderten das. So schlängelten wir uns durch die Innenstadt bis zu unserem Hotel, das etwas außerhalb in der Nähe der Mosel lag.

Wir hatten ein wunderschönes Zimmer mit Klimaanlage. Das einzige Manko, das geräumige Badezimmer hatte große Fenster zur Südseite, ohne Beschattung. Die inneren Vorhänge konnten das Aufheizen nicht verhindern und die Klimaanlage außerhalb des Badezimmers kam gegen die Wärme nicht an.

Wir ruhten trotzdem ein Stündchen und fuhren dann in die Altstadt. Große Plakate über und an den Straßen der Fußgängerzone verkündeten nicht nur von der bevorstehenden Oberbürgermeisterwahl sondern auch, dass dieses Wochenende hier der Christopher Street Day begangen wird. „Der CSD und eine Pride sind niemals ausschließlich eine Feier, sondern haben immer einen großen Democharakter, der uns sehr wichtig ist.“ ließen uns die Mitorganisatoren wissen.

Unweit von einer der drei Hauptbühnen bekam Thomas endlich mal wieder einen Burger und ich einen Bauernsalat. Andere Muskeln als die letzten Tage zuckten im Anschluss noch zur Livemusik. Hier wollte es einfach nicht abkühlen, also verzogen wir uns auf unser Hotelzimmer. Zumindest für morgen sind niedrigere Temperaturen angekündigt.

Bonn

Und tatsächlich, heute war es deutlich kühler. Das ist ja nicht so schlimm, leider verbarg sich die Sonne hinter einer dicken Wolkendecke. Weiterhin wehte ein Wind aus nördlicher Richtung.

Nein, heute war kein schöner Tag, aber er passte perfekt zu unserer Strecke. Mit dem Verlassen von Koblenz verloren wir den Rhein nur selten aus den Augen, aber unser Fahrradweg verlief, wenn vorhanden, neben der Eisenbahn oder stark befahrenen Autostraßen.

In Remagen gönnten wir uns einen Cappuccino und hofften, dass ab hier die Strecke besser wird. Dem war dann tatsächlich so, oder besser gesagt, es gab immer einen Fahrradweg. Der Belag war meistens durch Baumwurzeln aufgebrochen und so ähnelte unsere Fahrt eher dem Ritt auf einem bockigen Maultier.

Bei immer noch dichter Wolkendecke und kühlem Wind erreichten wir im Rheinbogen bei Bonn auf der rechten Rheinseite das Kameha Grand (https://www.kamehabonn.de). Der Name Kameha stammt aus der hawaiischen Sprache und bedeutet „der Einzigartige“. Das Design-Hotel ist 2009 auf dem Gelände eines Zementwerkes entstanden und immer noch sehenswert, doch gerade im technischen Bereich sind ihm die Jahre anzumerken.

Ausgeruht und erfrischt besuchten wir auf dem Hotelgelände von den drei Möglichkeiten nicht das „Yunico, Japanese Fine Dinning“ oder „Ludwig‘s Restaurant“ sondern die „Rheinalm“. Zum Radler gabs ’nen Burger und als Dessert Kaiserschmarrn. Wir machten noch einen kleinen Spaziergang über den Außenbereich des Hotels, doch so sehr die Rheinterrassen zum Verweilen einluden, uns war es zu kühl und so ließen wir uns in der Stage Bar & Lounge einen Negroni und einen Sombrero mixen.

Köln

Unsere Fahrräder mussten im Kameha draußen bleiben. Feste Fahrradständer gab es gestern nur fünf, an einem konnten wir unsere Räder sichern. Heute Morgen waren es hier jedoch ein Vielfaches an Rädern. Hier kann der seit 2021 neue Manager des Hotels einiges verändern.

Es war auch heute kühl, doch die Sonne lachte wieder vom Himmel und schon machte das Radeln viel mehr Spaß. Unweit vom Hotel hat Thomas einen Bäcker ausfindig gemacht, der auch am Sonntag geöffnet hat. Nussecke und Wiener Knoten war unsere Wahl.

Eine Brücke weiter ging es wieder auf die linke Rheinseite. Mit Verlassen von Bonn hatten wir auch wieder den „bockigen“ Belag auf dem Fahrradweg. Mir kam es so vor, als wenn heute noch mehr Rennradler, Radreisende und Jogger unterwegs waren als gestern. Vor uns lagen nur vierzig Kilometer, wir mussten uns also nicht beeilen und hatten auch genug Zeit für Pausen und Fotostopps.

Als wir uns am frühen Nachmittag der Altstadt von Köln näherten, wurde es richtig voll. Wir schlängelten uns durch die Massen und stiegen am City-Hotel am Dom unweit vom Hauptbahnhof von den Rädern. Nach dem Verstauen selbiger gab es die gewohnte Pause. Im Anschluss trafen wir uns mit Freunden, die extra mit dem Zug aus Leverkusen angereist waren. Früh-Kölsch war das Getränk, dass wir mit den Speisen im Brauhaus zu uns nahmen. Im Gegensatz zu uns haben unsere Freunde morgen einen Arbeitstag. Ein in den Geburtstag hinein feiern gab es also nicht, stattdessen begleiteten wir sie noch zum Zug. Mit zwei Kugeln Eis in der Hand kehrten wir zu unserem Hotel zurück.

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Neu-Ulm

Ausschlafen im Hotel ist nicht so einfach, wenn in den angrenzenden Räumen bereits gereinigt wird. Unser Zimmer sollten wir erst um 11 Uhr geräumt haben da schlafen nicht mehr möglich war verließenwir es früher.
Unsere Fahrräder und das Gepäck durften wir im Hotel zurück lassen und ao stiefelten durch die Fußgängerzone von Köln auf der Suche nach einem Bäcker mit Außenbestuhlung. An unserem Frühstück waren auch die Wespen interessiert, haben aber nicht abbekommen.

Anschließend bummelten wir weiter durch die immer voller werdenden Straßen. Schauten immer mal wieder in ein Geschäft, rein interessehalber, den unsere Transportkapazität war mehr als gering.

Gegen Abend gönnten wir uns Tartar und Salat im Außenbereich vom Funkhaus, Radler durfte natürlich nicht fehlen. Wir hätten zwar auch in die Lounge der Deutschen Bahn gehen können, doch bei diesem schönen, sonnigen Wetter und angenehmen 25 Grad Celsius war es hier schöner. Die letzten zwei Stunden vor der Abfahrt in Richtung Ulm verbrachten wir mit vielen anderen am Rheinufer.

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